Ich bin ein Nerd. Musik, Games, Filme. Im alltäglichen Leben schaffe ich es ganz gut mich zu tarnen, doch irgendwo muss ich meinem Output-Drang freien Lauf lassen. Dies ist mein Blog. Meine Spielwiese. Kritiken, Einschätzungen, Kommentare. Hier lasse ich alles raus! Willkommen in meinem Kopf! Willkommen bei "A Nerd's Mind"!
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Mittwoch, 10. Dezember 2014
Getestet: Never Alone (PS4)
Der Schnee ist tief und das kleine Mädchen hat alle Mühe mit den kurzen Beinen hindurchzustapfen. Hinter ihr, elegant und geschickt, der Polarfuchs, der sie durch den Schneesturm hinweg begleitet. Der Wind ist eisig und fegt rau über die Schneefelder und Eisscholen. Das Mädchen muss sich die Kapuze festhalten, damit er sie nicht vom Kopf bläst. Es ist eine trostlose Szenarie, durch die die beiden sich allein gelassen den Weg bahnen. Und doch sind sie nie allein, weil die Natur bei ihnen ist. Als helfende Kraft und lebensgefährdende Bedrohung.
Das Mädchen und der Fuchs sind unzertrennlich. Freunde und Partner im Alltag. Es ist nicht untypisch in Alaska sich ein solches Tier als Haustier zu halten, so erzählt mir ein Mann in einem Video. In einem Video?
Genau, denn "Never Alone" ist nicht nur ein Videospiel, sondern mehr als das. Es ist gleichzeitig eine Lehrstunde. Eine Dokumentation, die mir neben den Spielanteilen auf Wunsch in kleinen Videos die Kultur und das Leben der Inuit näherbringt. Denn das kleine Mädchen - ihr Name ist Nuna - ist eine Angehörige dieses Volkes und lebt mit ihrem Stamm inmitten der Schnee- und Eiswüsten. Wie man in dieser für Menschen nicht besonders freundlichen Umgebung überleben kann, klären mich echte Inuits in den dokumentarischen Kurzfilmen (sie sind nie länger als 2-3 Minuten) auf. Upper One Games, die Entwickler des Spieles haben sich die Mühe gemacht und eine kleine Dokumentation über das Volk und ihr Leben, sowie Sagen und Mythen in ihrer Kultur gedreht. Dieses Material teilten sie in 24 kurze Videos, welche man im Laufe des Spiels freischalten kann. Das Schöne ist dabei, dass viele der behandelten Themen in die Spielmechanismen von Never Alone Einzug erhalten. Dies gibt dem Spiel Tiefe und veranschaulicht die Informationen der Dokumentation auf spaßige Art und Weise.
Doch zurück zu Nuna und ihrem Fuchs: Warum kämpfen sich die beiden überhaupt durch einen Schneesturm? Der Grund ist ebenso dramatisch wie nachvollziehbar: Nunas Dorf wurde von einem ungeheuerlich aussehenden Mann niedergebrannt, die Einwohner vertrieben oder getötet. Die genaue Motivation des Mannes bleibt unbekannt. Von einer mystischen Gestalt - dem Eulenmann - erfahren wir, dass er etwas suchte. Was genau es jedoch war, dass weiß er selber nicht.
Die kleine Nuna hat kein Zuhause mehr und keine Freunde oder Familie, die in der Kultur der Inuits den wohl höchsten Stellenwert besitzen. Daher macht sich das Mädchen mit ihrem tierischen Begleiter auf, um nach den Verbliebenen zu suchen. Und dann wäre da noch das Mysterium des zerstörerischen Windes zu lüften, der dem Dorf schon seit längerer Zeit zu schaffen macht und das Überleben zu einem harten Kampf hat werden lassen.
Das Spiel selber gestaltet sich als ein simples 2D-Jump n' Run mit Rätselelementen und kooperativem Modus. Befinden sich lokal zwei Spieler an einer Konsole, so kann jeder eine der beiden Figuren übernehmen. Spielt man alleine, so kann man auf Knopfdruck zwischen den Charakteren wechseln - die nicht gesteuerte Figur übernimmt dann der Computer.
Man läuft, hüpft und klettert durch Schnee und Eis und versucht nach und nach das Mysterium des Windes zu lösen und die Familie der kleinen Nuna zu finden. Dabei geraten die beiden Freunde nicht selten in Gefahr, doch zusammen können sie jede Situation meistern. Der Fuchs kann besonders gut klettern und aufgrund seiner Größe passt er durch jedes noch so enge Loch. Nuna ist stark und kann Dinge schieben und mit ihrer Wurfwaffe Eis zertrümmern. Somit müssen die Charaktere (und gegebenenfalls auch die beiden Spieler) ihre Fähigkeiten kombinieren, um an das Ziel zu gelangen.
Gibt es einmal kein Ausweg mehr, dann kommt die Natur ins Spiel. Denn der Fuchs hat eine besondere Verbindung zur Welt der Naturgeister und kann mit ihnen in Kontakt treten. Diese schemenhaften Gestalten helfen den beiden Abenteurern dann dabei Abgründe und scheinbar unüberwindbare Felswände hinter sich zu lassen. Alle Charaktere, Geister und Wesen auf die ihr trefft haben irgendetwas mit der Mythologie und Kultur der Inuits zu tun. Selbst die Nordlichter, die den Himmel wunderschön überziehen sind eigentlich Geisterkinder, die über den Abendhimmel huschen und unachtsamen Inuitkindern die Köpfe abreißen, sofern diese nicht - wie von Mutter befohlen - ihre Kapuzen übergestreift haben. Diese und viele andere Geschichten erzählen uns echte Inuits in den vielen kleinen Interviewsituationen in den Doku-Videos. Ingesamt haben rund 40 Stammesangehörige dabei geholfen das Spiel mit Informationen zu füttern. Zudem sehen wir sie in den Interviews wieder, auch wenn die meisten von ihnen schon durch die westliche Kultur beeinflusst wurden und nur noch Erinnerungen an das wahre Stammesleben haben. Was sie jedoch zu erzählen haben ist faszinierend und fremd, sodass gerade die vielen kurzen Filmchen einen enormen Ansporn zum Weiterspielen darstellen.
Never Alone ist spielerisch sehr simpel. Oft wirkt es nur als spielerisches Konstrukt, welches man der Doku überzog, um beide Welten miteinander zu einem interaktiven, aber eben auch lehrreichen Abenteuer zu verbinden. Steuerung, sowie Rätsel- und Sprungpassagen sind sehr simpel gehalten und erfordern meist nicht mehr als ein paar Sekunden bis man den Lösungsweg erkannt hat. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn der Ablauf aus Spiel und filmischer Info-Häppchen ist angenehm flüssig und befriedigt mit schnellen Erfolgserlebnissen, was Never Alone auch zu einem Spiel für das jüngere Publikum macht, aber eben nicht nur für dieses. Denn während Kinder sich wohl vor allem an den Spielpassagen und den knuffigen - zum Teil aber auch durchaus furchteinflößenden - Figuren erfreuen, bieten gerade der Doku-Part und die gefühlvolle Geschichte genug Anreize, um auch als erwachsener Spieler in das Abenteuer einzutauchen und sich von der Atmosphäre und der liebevollen, märchenhaften Kulisse faszinieren zu lassen. Denn letztendlich ist Never Alone vor allem eines: Ein Märchen. Magie, Freundschaft und der Kampf gegen das Böse sind Kernelemente des Spiels - die Geister und Fabelwesen, die man auf der Reise trifft verstärken den Effekt der exotischen, positiv fremd wirkenden Erzählung.
Zudem lädt der Koop-Aspekt förmlich dazu ein das Spiel zu zweit zu genießen. Und gerade als Einzelspieler merkt man leider, dass das auch der heimliche Wunsch der Entwickler war. Spielt man alleine, so ist die KI des gerade nicht ausgewählten Charakters nicht unbedingt fehlerfrei und verschuldet den ein oder anderen frustigen Moment, wenn sie mal wieder ins Leere springt, auf Dinge klettert von denen sie sich eigentlich fern halten sollte oder einfach nutzlos in der Gegen herum steht. Diese Momente sind nicht allzu häufig, mehren sich aber gerade zum Ende des Spieles hin, wenn die Rätsel komplexer werden und häufiges Wechseln zwischen Nuna und dem Fuchs gefragt ist.
Abseits davon ist das Spiel wirklich simpel. Die Rätsel beschränken sich oft darauf Kisten richtig zu schieben und Geister korrekt zu positionieren, sodass man durch gezielte Sprünge schnellstmöglich sicheren Boden unter den Füßen bekommt. Während man alleine durch Schwierigkeiten der KI einige Male scheitern wird, sollten gerade zwei Spieler die Passagen noch problemloser meistern können.
Man sollte also nicht erwarten, dass Never Alone jemals zur spielerischen Herausforderung mutiert. Das Spiel hat den Fokus darauf gelegt seine Geschichte zu erzählen und die Welt und Kultur der Inuits zu präsentieren, während alle Spielelemente simpel bleiben. Innovationen und frische Ideen sucht man im Spieldesign vergebens, aber wenn man an daran interessiert ist Geschichte und Hintergründe zu erfahren und einfach mal nach der Arbeit in eine fremde Welt einzutauchen ohne von Frust und Komplexität begeleitet zu werden, dann wird man sie nicht vermissen.
Wirklich toll gelungen ist den Entwicklern die grafische Präsentation und die liebevollen Animationen der beiden Hauptfiguren. Nuna und ihr Begleiter sind einfach nur putzig anzusehen und es gibt genug Momente, die dem Spieler aufgrund der freunschaftlichen Verbindung der beiden Nahe gehen werden. Oft genug wird es sogar sehr emotional und im letzten Drittel des Spieles erwartet uns ein Twist, der so nicht vorhersehbar ist und das Spiel dann doch nochmal um das ein oder andere Spielelement erweitert (aufgrund von Spoilern gehe ich nicht weiter darauf ein).
Die märchenhafte Geschichte und die vielen liebevoll zusammengesuchten und inszenierten Hintergrundinformationen sind, was das Spiel trotz seiner gameplaytechnischen Eindimensionalität dann doch zu etwas ganz Besonderem machen. Allein schon die vielen sympathischen Inuits, denen man in den Dokusequenzen lauschen kann verpflichten interessierte und aufgeschlossene Spieler zu einem Kauf.
Und gerade Kinder werden durch die liebevolle grafische und musikalische Präsentation, sowie den niedrigen Schwierigkeitsgrad und die fairen Rücksetzpunkte schnell Zugang zum Spiel finden.
Das Spiel ist eine besondere, märchenhafte Erfahrung und gerade perfekt für kalte Winterabende, an denen man im mollig warmen Zuhause die Situation der Figuren in den bitter kalten Eiswüsten nachvollziehen kann. Es ist mehr Märchen und mehr Lehrstunde als ein ausgefeiltes Spiel. Jedoch sind die Spielelemente kurzweilig genug um nicht zu langweilen und zumindest zu zweit nie frustrierend. Alles in allem ist Never Alone vielleicht kein besonders gutes - weil anspruchs- und innovationsloses- Videospiel, jedoch ist es eine besondere Erfahrung, eine interaktive Lehrstunde und ein Ticket in eine fremde Welt, die so fremd und faszinierend ist, dass man sie durchaus an sich heranlassen sollte. Spielerisch müsste man hier vielleicht die 5 Punkte zücken. Nimmt man jedoch die Dokumentation, die Präsentation, die liebevolle Geschichte und Präsentation, sowie die Hingabe der Entwickler zum Thema hinzu, so fällt die Wertung ein ganzes Stück höher aus. Und da es viel zu wenig Spiele gibt, die diese Elemente mit so viel Liebe umsetzen, habe ich keine Probleme eben diese höhere Wertung zu zücken.
7/10
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Sonntag, 7. Dezember 2014
Nerdy Wunschzettel
Bald ist wieder Weihnachten und ihr wisst einfach nicht, was ihr euren geliebten Nerds schenken könntet? Hier kommt die erste Fuhre meiner Geschenke-Tipps, über die sich jeder Games- und/oder Filmliebhaber freuen würde:
Guillermo Del Toro - Cabinet of Curiosities
Guillermo Del Toro ist nicht nur der Regisseur von grandiosen Filmen wie Pans Labyrinth, Hellboy oder Pacific Rim, sondern auch einer von uns: Ein waschechter Film-Nerd. Jedoch begnügt er sich nicht damit Filme zu konsumieren und seine Wände mit DVDs und Blurays zu tapezieren, sondern kaufte sich gleich ein ganzes Anwesen, um seiner großen Liebe zu fröhnen. In diesem Buch nimmt er uns mit durch die wohl größte "Man Cave" der Welt, in der er mehere Hundert Filmrequisiten, Statuen, Gemälde, Spielzeuge, Bücher, und, und, und aufbewahrt. Dazu bekommen wir viele nette Annekdoten, sowie kleine Texte prominenter Gäste, die in den Genuss einer Führung durch sein Reich kamen. Doch das ist nur ein winzig kleiner Teil des Buches, denn wirklich interessant wird es erst, wenn Mr. Del Toro seine legendären Notiz-Bücher für uns öffnet, aus denen viele Seiten abgedruckt und kommentiert wurden. Diese Notizbücher umfassen ALLE kreativen Prozesse (Skizzen und Notizen) zu allen bis dato erschienen Filmen seiner Biographie. In zahlreichen Interviews erfahren wir viel über Dreharbeiten, kreative Sessions und die Arbeitsweise dieses Ausnahme-Regisseurs und bekommen nebenbei eine umfangreiche Dokumentation seiner Zeichen-Künste.
Für jeden Del Toro-Fan ein absoluter Pflichtkauf; für jeden Film-Fan eine wahnsinnig interessante Sammlung von Eindrücken in die Enstehung seines Lieblingsmediums vom wohl größten Film-Fan der Welt höchstpersönlich. Hochwertig gearbeitet und inhaltlich absolut beeindruckend! Ganz, ganz klare Empfehlung!
The Legend of Zelda - Hyrule Historia
Bei diesem Buch schlägt jedes Herz eines Nintendo-Fans gleich doppelt so schnell. Hyrule Historia ist ein kommentiertes Art-Book, welches zum 25ten Jubiläum der Reihe erschien und Concept Arts, sowie Skizzen und Charakterstudien zu allen bisher erschienenen Zelda-Teilen enthält. Wunderschöne Zeichnungen von Spielumgebungen und Figuren kommentiert von den Masterminds der Reihe höchstpersönlich, welche das ein oder andere Geheimnis lüften und uns Einblicke in die kreativen Entstehungsprozesse der Spiele geben. Auf hunderten von Seiten finden wir geschätzt an die Tausend Bilder, Zeichnungen und Skizzen. Außerdem enthält diese Zelda-Enzyklopädie noch einen ganz besonderen Leckerbissen: Eine ausführlich geschriebene Timeline der Zeldaspiele, die erstmals in der Geschichte der Reihe geschichtliche Bezüge zwischen den Spielen herstellt und sie chronologisch ordnet.
Ein tolles, wertiges Geschenk für jeden Nintendo- und Zelda-Fan. Perfekt zum faszinierten Schmökern für die kalte Jahreszeit!
Nintendo Wii U
Der Trend geht zur Zweitkonsole. Und die Wii U ist die perfekte Affäre, wenn es mit PS4 und Xbox One mal nicht läuft! Während man alle Thrid Party Titeln auf Microsofts und Sonys Rechenkisten findet, wird die Wii U eiskalt ignoriert und muss sich auf den Support von Nintendos hauseigenen Studios verlassen. Doch genau das macht sie als Zweitkonsole so perfekt! Denn diese Produktionen des japanischen Videospiel-Gigants gehören immer zu den besten der Konsolengeneration und rechtfertigen einen Konsolenkauf. Nachdem die Wii U starke Anlaufschwierigkeiten hatte, nimmt die Konsole nun Fahrt auf und verspricht im Hinblick auf die Zukunft ein kleines Videospiel-Paradies abseits des Third-Party-Gekloppes zwischen PS4 und Xbox zu werden. Mario Kart, Mario 3D Land, Super Smash Bros, Captain Toad, Bayonetta, Donkey Kong,... Die Liste an Must Haves wächst und diese erscheinen in einem Geldbeutel-freundlichen Rhythmus, sodass man die Wii U problemlos neben seiner Stammkonsole füttern kann. Ausflüge in die knallbunten und qualitativ herausragenden Spielewelten des Nintendo-Kosmos dürften für jeden Spieler eine wahre Freude sein und die Zukunft bringt wunderbaren Nachschub. Gerade 2015 dürfte die Konsole mit dem neuen Zelda einen absoluten Referenztitel bekommen und als Party-Konsole sucht sie mit Smash Bros und Mario Kart, sowie einem kommenden Mario Party eh schon ihresgleichen. Ich werde dieses Jahr ebenfalls zuschlagen und gerade an Weihnachten sind die Preise und Angebote wohl am besten. Zweitkonsole: Nintendos Wii U!
Netflix-Abonement
Warum nur die Familien-Mitglieder beschenken, wenn man doch direkt selbst davon profiieren kann?! Ein Netflix-Abo ist eine tolle Geschenkidee für kalte Winterabende. In meinem Test (http://a-nerds-mind.blogspot.de/2014/09/review-netflix-was-kann-amerikas-nummer.html) habe ich die Streaming-Plattform ja schonmal unter die Lupe genommen und dem Angebot an Serien und Filmen kann man beinahe täglich beim Wachsen zusehen. Egal ob auf Computer, Konsole oder Smartphone und Tablet: Netflix ist überall verfügbar und abrufbar und mausert sich immer mehr zum potentiellen Marktführer. Für gemütliche Familienabende, Zweisamkeit oder das einsame Serien-Schauen eine tolle Plattform, die vor allem durch ein nie dagewesenes Serien-Angebot heraussticht.
SciFiNow-Abonnement
SciFiNow ist eine der größten Film-Zeitschriften der Welt, die sich vor allem mit Fantasy-, Science-Fiction- und Horror-Filmen beschäftigt und jeden Monat aufs neue mit umfangreichen Artikeln, Reportagen und Reviews begeistern kann. Die Schreiberlinge dieses Magazines sind allesamt mit Herzblut dabei und liefern hochqualitativen Content, der öfter auch mal ins Detail geht und im Bereich des Informationsgehalts die Konkurrenz schnell hinter sich lässt. Diese Zeitschrift ist jeden Monat aufs neue eine kleine Bibel, aus der man genug Material ziehen kann, um den Rest des Monats mit interessanten Serien und Filmen beschäftigt zu sein. Wem das nicht genug ist, dem sei gesagt, dass regelmäßig Sonderausgaben erscheinen, die sich mit spezifischen Themengebieten (z.B. Zombies, den Hammer-Filmen, etc) befassen. Zusätzlich zum Print-Magazin kann man die Zeitschrift auch auf dem iPad abbonieren und erhält so problemfrei jede Ausgabe pünktlich zum Erscheinungs-Termin. Jeder Film-Fan, der des Englischen mächtig ist, sollte der Empfehlung nachgehen und zumindest mal einen Blick riskieren!
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Dienstag, 26. August 2014
Getestet: HOHOKUM
Seit dem Super Game Boy bin ich leidenschaftlicher Gamer. Ich habe nun vier Konsolengenerationen hinter mir, hunderte von Spielen gespielt und eine nicht mehr zu greifende Zahl an Stunden in virtuellen Welten verbracht. Obwohl ich erst Mitte zwanzig bin, fühle ich mich nicht selten wie ein Gaming-Rentner. Der Satz "Früher war alles besser" ist mir nicht selten über die Lippen gerutscht und obwohl das Hier und Jetzt wohl die bisher beste Zeit ist, um Videospiele zu spielen, erinnere ich mich oft mit Wehmut an die späten Neunziger und die ersten Jahre nach der Jahrtausendwende. In gewisser Weise fehlt mir vielleicht der Minimalismus, die begrenzten Möglichkeiten - ob grafisch oder spielerisch - und der Blick mit Kinderaugen auf diese viruellen Welten, der alles noch nicht so berechnend sah, sondern sich von der Magie gefangen nehmen ließ. Nicht falsch verstehen: Ich würde nie im Leben mein Dark Souls, mein Bioshock oder mein GTA 5 gegen mehr Spiele der alten Machart tauschen, aber der Zauber ist schon ein wenig verflogen. Und doch gibt es Momente, da lebt er wieder auf und ich spüre die Emotionen, die mich damals durch Titel wie Super Mario, Zelda und Banjo Kazooie begleitet haben. Das dies gerade ein kleines Indie-Game schafft, hätte ich zuvor nicht gedacht.
Den Stick meiner Vita und zwei Knöpfe. Mehr brauche ich nicht um Hohokum zu spielen. Ohne ein Wort werde ich in eine Spielwelt geschmissen, in der ich die Kontrolle über ein schlangenartiges Wesen übernehme, dessen Kopf nur aus einem Auge besteht und dessen Körper willkürlich und ununterbrochen durch alle Möglichkeiten der Farbpalette wechselt. Meine Aufgabe? Hätte man mich zu dem Punkt des Spieles gefragt: Keine Ahnung!
Hohokum will entdeckt werden. Das Schlangenwesen fliegt druch eine Welt bestehend aus vielen kleinen Orten, welche durch Portale miteinander verbunden sind. Jeder dieser Orte erzählt eine kleine Geschichte und hält eine Kernaufgabe parat, welche es zu lösen gilt. Was diese Aufgabe ist und wie man diese löst, das muss der Spieler selbst herausfinden. Man fliegt einfach mit dem sich stets windenden Protagonisten des Spieles durch die Gegend und schaut was passiert. Aufmerksamkeit ist wichtig. Geduld. Auffassungsgabe und Fantasie. Die Bewohner dieser kleinen Welten reagieren auf die Schlange, ebenso wie manche Gegenstände. Diese Interaktion wird lediglich durch simples Überfliegen ausgelöst. Mal schubst man Vasen um, mal bringt man kleine bunte Kreaturen an gewünschte Orte. Dabei weiß man selten, was man gerade tut. Man erforscht die Aufgabe ebenso wie die Umgebung. Man sucht nach Geheimnissen und Antworten, in der Hoffnung das Universum von Hohokum wenigstens ein wenig zu verstehen.
Jede Umgebung hat ein Thema. Im Laufe des Spieles erforsche ich Höhlen, bizarre Meerwelten, wohne einer Hochzeit bei oder schwebe durch einen unübersichtlichen Vergnügungspark, immer auf der Suche nach der Idee, die sich hinter dem jeweiligen Ort versteckt. Dabei erfreue ich mich an jeder Interaktion, an jeder Bewegung der witzigen Wesen und an jedem Schritt, der mich der Lösung näher bringt.
Warum springen die grünen Kerle auf meinen Rücken und lassen sich durch die Gegend tragen? Huch, einer von ihnen nimmt den Tannenzapfen, über den ich geflogen bin? Jetzt springt er über einer kleinen Plattform ab und entrollt einen Drachen aus dem Tannenzapfen, den er steigen lässt! Dann werden die anderen Wesen es ihm wohl gleich tun wollen!
Dieses von Aha!-Erlebnissen begleitete Erkunden macht den Reiz des Spieles aus und schloss mich für rund 8 Stunden in den pastellfarbigen Welten von Hohokum ein. Es gibt keine Feinde, es gibt kein Scheitern. Es gibt nur die Suche nach der Lösung und den anschließenden Erfolg. Dies macht Hohkum weniger zu einem Spiel, als zu einer Erfahrung. Es gibt keine wirkliche Handlung. Die kleinen Orte erzählen ihre eigenen kleinen
Geschichten und hat man jede davon für sich entdeckt, dann erkennt man, dass es lediglich einen lose zusammenhängenden Überbau gibt, der eine Rahmenhandlung andeutet, alles weitere aber offen lässt. Dies könnte man als den großen Schwachpunkt des Spieles verstehen, der für mich das Erlebnis an sich aber nicht trübte.
Dafür macht das Spiel andere Dinge auch einfach viel zu gut. Die Welten sind lebendig und fantasievoll. Sie wollen entdeckt werden und belohnen den Spieler mit vielen kleinen Geheimnissen und Reaktionen. Es gibt einige Überraschungen zu finden und zusätzliche, optionale Rätsel zu lösen, sofern man sich darauf einlassen möchte. Alles wirkt lebendig, bizarr und frisch, sodass man bei jeder Welt aufs neue die Neugier spürt sie zu verstehen.
Der geniale farbenfrohe und abwechslunsgreiche Stil des Spieles ist hierbei nahezu einzigartig und ließ mich immer wieder Staunen, wie viel Wirkung man mit wenigen Mitteln entfalten kann. Man muss schon selber durch die bunten Wälder, Städte und Fabriklandschaften fliegen, um wirklich zu verstehen was ich meine.
Begleitet wird das Spiel von einem der wohl besten Soundtracks, die ich in Spielen bisher hören durfte. Das Musiklabel Ghostly International steckt hinter diesen Meisterstücken und ließ seine Künstler traumhafte elektronische Soundkulissen kreiern, die mittlerweile allesamt den Weg auf meinen iPod gefunden haben. Namenhafte Künstler wie Tycho oder Com Truise haben hier ganze Arbeit geleistet und lassen ihre Klänge perfekt mit den andersartigen, knallbunten Umgebungen verschwimmen. Kopfhörerpflicht!
Es fällt mir wirklich schwer Hohokum angemessen zu charakterisieren und zu umschreiben. Es ist - wie schon erwähnt - kein Spiel im modernen Sinne und wäre es das, dann wäre es kein herausragend Gutes, vielleicht nicht mal ein mittelmäßiges, jedoch schafft es durch den Stil, die Musik, den Mangel an Erklärungen und das geschickte Legen von Erkundungsreizen einen Sog entstehen zu lassen, der ausschließlich positive Gefühle beim Spielen entstehen lässt und zumindest mich absolut gefangen nahm. Das Erkunden, das Entdecken und das Lösen bereitet einfach nur Freude, ebenso wie das Beobachten und Verstehen. Man kann sich zur Musik treiben lassen und einfach drauf los spielen und man wird Erfolge feiern, was in Zeiten von Tutorial-Fluten und Vercasualisierung ein ebenso merkwürdiges, wie befriedigendes Gefühl ist. Müsste man lediglich das Erlebnis und den Stil bewerten, so würde ich hier die absolute Höchstwertung zücken. Jedoch ist Hohokum letztendlich irgendwo immer noch ein Videospiel und ist auf lange Zeit ein wenig zu simpel und abwechslungsarm. Andererseits hat es auch nie den Anspruch erhoben eben dies zu sein, sodass ich Komplexität und Abwechslung kaum vermisst habe, zumal sich die Welten in ihren Aufgaben stark unterscheiden.
Jedoch gibt es da auch noch den Punkt einer fehlenden Rahmenhandlung, welche letztendlich das Mysterium, welches dem Spiel zu Grunde liegt nicht auflöst, sondern Potentielles nur hauchfein andeutet. Vielen Spielern düfte das ein Dorn im Auge sein.
Aber letztendlich muss jeder selber wissen, wieviel Spiel und Geschichte er oder sie zum Glücklichsein benötigt. Ich bin da scheinbar schnell zufrieden, denn ich habe jede Sekunde des Spieles genossen und es mit Kindesaugen erkundet. Und das rechne ich Hohokum wirklich hoch an.
7/10
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Freitag, 18. Juli 2014
Destiny Beta Tagebuch - Tag 1
Puh, war das ein Kampf gestern Abend. In der Geschichte der Beta-Tests gibt es unzählige Negativ-Beispiele, was schlechte Vorbereitung seitens der Entwickler und Publisher angeht und trotzdem scheint einfach niemand daraus zu lernen. Um Punkt 19 Uhr (offizieller Start der Beta) ging nichts mehr. Sowohl die Server des Entwicklers Bungie, welche eigentlich die Keys für die Testphase bereitstellen sollten, als auch die Server des Playstation Networks legten einen Parallel-Kollaps hin und bereiteten vielen tausend Menschen Frust. Zwei Stunden meines kostbaren Lebens habe ich benötigt und letztendlich den Download auf dem Bildschirm zu sehen. Dieser dauerte dann nochmal gute drei Stunden, da meine ansonsten wunderbare Highspeed-Leitung ausgerechnet gestern einen schlechten Tag erwischt hatte. Der geplante Zock-Abend wich also einem stundenlangen Rumgewarte. Die Frage, wie denn nun Destiny sich spielt ging also mit der Frage einher, wann die Menschen hinter den Betas endlich mal lernen, dass man nach monatelangem Hype-Aufbau womöglich auch mal die nötigen Server herankarren sollte, um diesem dann auch standzuhalten. Fail Bungie, Fail Sony! Wir starten mit Destiny...
Nach meinem Download-Krampf finde ich mich nun also endlich im Menü des Spieles wieder. Von epischer Musik begleitet werden mir die drei spielbaren Rassen des Spieles nähergebracht. Die unspannenden Menschen, die bleichen elfenhaften Awoken und die Roboterrasse der Exo. Letztere scheinen mir am spannendesten zu sein und so entscheide ich mich die Beta als Blechbüchse zu beschreiten. Eine von drei Charakterklassen ist auch schnell gewählt: Der Jäger. Ein Scharfschütze, der eher aus dem Hintergrund operiert. Nachdem ich das "Gesicht" meines virtuellen Avatares ein wenig personalisiert und das Intro hinter mich gebracht habe stehe ich auf einmal da und übernehme Kontrolle über dieses besondere Spiel, das dieses Jahr wohl so heiß erwartet wird wie kaum ein anderes.
Doch was für Erwartungen hatte ich überhaupt an Destiny? Ohne es je gespielt zu haben entstand in meinem Kopf das Bild eines Hybriden aus Halo und Borderlands gemischt mit einem MMORPG ala World of Warcraft oder Guild Wars 2 im Tarnmantel eines First Person Shooters. Hab ich richtig gelegen oder ist das vollkommener Blödsinn? Das gilt es dann wohl in den nächsten zehn Beta-Tagen herauszufinden.
Ich bahne mir meinen Weg durch eine zertörte Raketenbasis irgendwo in der Einöde Russlands. Zuvor wurde mein Charakter von einem fliegenden Würfel - einem sogenannten Geist - aus der Totenstarre geweckt. Der Geist dient mir von nun an als eine Art ständiger Begleiter mit Info-Funktion und akutem Redebedarf. Munter quaselnd fliegt das Ding neben mir her, während ich vor unsichtbaren Verfolgern in einen größeren Gebäudekomplex flüchte. Atmosphärisch macht Destiny zu diesem Zeitpunkt schon viel her. Die zerstörten Umgebungen dieses SciFi-Endzeitszenarios sind detailreich in Szene gesetzte, überall herrscht der Rost und die Unordnung, während sich die Natur langsam ihren Platz in den einst von Menschen erschaffenen Gebäuden und Straßen zurückholt.
Im Gebäude ist es düster. Die Taschenlampe erleuchtet nur ein paar Meter voraus. Ich finde meine erste Waffe. Gerade rechtzeitig wie sich herausstellt, denn kurz danach zeigen die Verfolger ihr Gesicht. Die Alienrasse der Fallen ist dabei sich die kaputte Reste der Erde unter den Nagel zu reißen und nicht wirklich glücklich darüber auf einen Überlebenden zu stoßen. Doch mit meinem Sturmgewehr haben sie nicht gerechnet und so mache ich mich auf das Gebäude von lästigen Angreifern zu befreien. Meine Schüsse werden von aufleuchtenden Anzeigen des verursachten Schadens am gegnerischen Körper quittiert. Erste Assoziation: Borderlands! Am Ende des Dungeons finde ich ein demoliertes Raumschiff, welches jedoch noch zu einem letzten Flug bereit scheint. Es wird mit von nun an dazu dienen zwischen Regionen und Planeten des Destiny-Universums zu reisen. Nun habe ich jedoch nur ein Ziel, wie mir mein gutgelaunter Geist vermittelt: Den Turm. Ein hohes Gebäude in der letzten von Lebewesen besiedelten Stadt der Erde, welches Abenteurern wie mir als Stützpunkt dient.
Der Turm dient den Spielern als Ausgangspunkt für die Missionen. Hier kann man Gegenstände kaufen, Post verschicken, sich neu ausrüsten und mit anderen Mitstreitern gruppieren, um gemeinsam auf Ausflüge in lebensfeindliche Gebiete zu gehen. Meine Spielfigur steuere ich hier in der 3rd-Person-Perspektive. Einige Missionen werden mir schon angezeigt, und auch diverse NPCs wollen, dass ich zum Rapport bei ihnen erscheine. Schnell wird klar, dass Destiny sich hier einiges bei reinrassigen MMORPGs abgeguckt hat. Quests werden angenommen und abgegeben, Ausrüstungsgegenstände modifiziert, potentiellen Party-Mitgliedern winkt man per Emoticon verschüchtert zu oder tanzt wildfremd andere Spieler an.
Diese wuseln hier schon überall herum. Auf Wunsch könnte ich ihnen jetzt Einladungen schicken, um sie in mein sogenanntes "Feuerteam" aufzunehmen. Ich entscheide mich aber zunächst dagegen und möchte allein auf Mission gehen. Vorher jedoch bemerke ich, dass mein Charakter eine Stufe aufgestiegen ist. Skillpunkte darf ich hier zwar (noch?) nicht verteilen, jedoch kann ich meinem Avatar bei Stufenaufstieg neue Fähigkeiten beibringen, die mir im Kampf dann weiterhelfen.
Auf Dauer langweilt mich der Turm kräftig und so besteige ich meinen Raumgleiter um in den Orbit zu fliegen und meinen nächsten Einsatz zu planen. Auf einer Regionskarte kann ich nun verschiedene Missionen anfliegen, die in der großen, frei begehbaren Region Russlands zur Verfügung stehen. Auf Wunsch kann ich mir anzeigen lassen was zu tun ist, ob der Einsatz für meine derzeitige Stufe geeignet ist und was als Belohnung nach erfolgreichem Abschluss auf mich wartet. MMORPG steckt auf jeden fall mit drin.
In den nächsten 2-3 Ausflügen auf die Erdoberfläche bekämpfe ich Unmengen verschiedener Gegner, suche nach rar gesäten und gut versteckten Truhen, in denen neue Gegenstände oder größere Glimmer-Mengen (die Währung des Spieles) auf mich warten, steige Level auf und beschaffe mir einen fahrbaren Untersatz, den ich von nun an immer wieder auf Wunsch unter mir erscheinen lassen kann, um schneller durch die zerstörten Landschaften zu brettern.
Überall treffe ich auf Spieler, die für sich alleine Missionen erfüllen oder in kleineren Gruppen aus 2-3 Leuten auf Streife gehen. Auf der Erdoberfläche kann ich mich jedoch scheinbar nicht mit ihnen zusammenschließen und so bleibt meine einzige Interaktion ein trauriges Winken, welches erwidert wird bevor man wieder getrennte Wege geht. Immer wieder bringen Landungsschiffe kleinere Gegnerhorden vorbei, um die Regionen mit feindlichem Leben zu füllen, wenn die Spieler zu gründlich aufgeräumt haben. Ich durchkämme viele kleinere Gebäude, Höhlen und Wracks auf der Suche nach Beute und werde brutalst in einem Keller von Gegnern umgemäht, deren Stufe nur mit drei Fragezeichen tituliert wird. Die waren dann doch etwas zu stark für meinen Jäger, der noch ganz grün hinter den Ohren ist. Also wird gelevelt!
Und die ersten Level steigen recht zügig an. Auch meine Fähigkeiten entwickeln sich. Schon bald kann ich Flammen speiende Granaten werfen, höher gelegene Orte per Doppelsprung erreichen und eine verheerende Attacke beschwören, die sich "Super" nennt. Scheinbar hat jede Klasse davon eine eigene. Mein Jäger hat einen golden schimmernden Revolver, der innerhalb von 1-2 Schüssen jeden noch so starken Gegner in Richtung Nirvana jagt. Einen Haken hat diese "Super"-Fähigkeit jedoch: Man kann sie nur benutzen, wenn die "Super"-Leiste aufgeladen ist und dies geschieht nur, wenn man einige Handvoll Gegner ausgeschaltet hat.
Destiny macht mir mit jeder Stufe mehr Spaß, auch wenn meine Hauptaufgabe bis dahin besteht im Freien oder in Kellern und Gebäuden Heerscharen an Gegnern zu dezimieren. Ein großer Pluspunkt ist, dass Bungie es geschafft hat das hervorragende Waffenhandling der Halo-Spiele auch in ihren neusten Titel zu transferieren. Auch die Steuerung der Fahrzeuge und überhaupt der Einsatz dieser wirkt gerade für Xbox-Veteranen wie mich seltsam vertraut.
Mittlerweile habe ich auch schon eine Vielzahl an Waffen angesammelt, die sich in mehrere Kategorien unterteilen. Die Primärwaffe ist meine klassenspezifische Waffe, also in dem Fall mein Scharfschützengewehr. Die Sekundärwaffe ist eine Waffe meiner Wahl und im späteren Spielverlauf wird dann noch eine schwere Waffe freigeschaltet werden, die in Form eines Raketenwerfers oder eines schweren Maschinengewehres gewaltige Löcher in die Feindarmee reißt. Im Moment fehlt mir diese Durchschlagskraft noch, weswegen ich gerne mit meiner Feuergranate um mich werfe. Einziges Manko: Sie hat eine recht lange Abklingzeit bis ich sie wieder benutzen darf.
So viel Spaß mir das alles auch macht: Alleine herumlaufen ist in einem Spiel, welches sich Multiplayer groß auf die Brust schreibt dann doch nicht das Wahre. Ein Mitspieler muss her und ein Blick in die Freundesliste offenbart: Es gibt Beta spielende Menschen! Also werden geschwind Einladungen ausgetauscht und nach Sekunden findet man sich zu zweit im Turm wieder, während man über der Playstation-Party munter plaudern kann. Als Feuerteam gehen wir ab jetzt zusammen auf Patroullie. Dies scheint mit bis zu drei Spielern pro Team möglich zu sein. Wir sind jedoch nur zu zweit. Dennoch übernimmt ein Spieler die Führung über das Team, was sich dann darin äußert, dass er die nächste Mission auswählt, während die restlichen Teammitglieder ihm einfach automatisch folgen.
Und Tatsache: Zu zweit ist es nochmal um Einiges spaßiger die Weiten Russlands unsicher zu machen. Wir ballern munter durch die Feindesreihen, wenn was schief läuft wird der Gefallene per Knopfdruck wiederbelebt. Gefundene Items werden geteilt, Waffen und Rüstungsteile hingegen sind für den jeweiligen anderen Spieler unsichtbar, sodass niemand den anderen die Beute klauen kann.
Immer mal wieder lässt ein besiegter Gegner einen grünen Gegenstand fallen. Diese sind - wie in vielen anderen MMOs auch - seltene Gegenstände die jedoch per Code verschlüsselt sind. Im Turm gibt es einen Spezialisten, welcher gegen einen geringen Betrag diese Items entschlüsseln kann. Meist haben diese seltenen Gegenstände zusätzliche Effekte (kreatives Beispiel: Stärke +12). Waffen können neben dem normalen Schaden noch zusätzlichen Elementar-Schaden machen, z.B .durch Feuer oder Gift.
Zudem können manche Gegenstände bei Levelaufstiegen aufgewertet werden und bekommen so noch einmal zusätzliche Boni.
Nachdem wir uns durch weitere Story-Missionen gekämpft haben dürstet es uns ein wenig nach Abwechslung und wir starten in eine so genannte "Erkundungs-Mission". Diese entpuppt sich als Modus, in dem man einfach frei die Welt erkunden kann, in der man dann immer wieder zufällig generierte Nebenmissionen der Kategore "Beschütze dies, sammel das, bekämpfe jenes" finden kann. Diese sind zwar ganz nett, jedoch sinkt der Unterhaltungswert nach einem halben Dutzend schnell. Das große Plus am Erkundungsmodus scheint, dass man sich in Ruhe umsehen kann um potentielle Geheimnisse und Schätze ausfindig zu machen, die allerdings wirklich rar gesäht sind. Immer wieder stolpert man auch über den ein oder anderen Rohstoff, den man abbauen kann. Zu was man diese anschließend benötigt, hat sich mir bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erschlossen.
Immer mal wieder geschehen im unmittelbaren Umfeld auch zufällige Ereignisse, zu denen sich dann alle Spieler im Gebiet unabhängig von Feuerteams miteinander verbünden, um das Missionsziel innerhalb eines knappen Zeitlimits zu schaffen. Es müssen dann besonders starke Gegner bekämpft, Punkte verteidigt oder Objekte zerstört werden. Diese spontanen Events sind ein kleines Highlight, da schnell Schlachten mit vielen Spielern ausbrechen. Auch in Storymissionen kann man auf solche Ereignisse treffen.
Anstatt weiterhin frei zu erkunden entscheiden wir uns nach einer gewissen Zeit einen weiteren Modus auszuprobieren. Es gibt nämlich auf PvP- (Player vs. Player)-Inhalte im Spiel. Hierzu reisen wir zum Mond der Erde. Dort erwartet uns ein Eroberungs-Modus bei dem zwei Teams a sechs Spieler versuchen strategische Punkte auf der Karte zu erobern und zu halten, während sie sich gegenseitig bekämpfen. Das Team, das nach 5 Minuten die meisten Punkte gesammelt hat gewinnt. Dies ist ein Modus, welchen man schon in ähnlicher Form aus vielen anderen Shootern kennt. In Destiny erhält er durch die klassenspezifischen Fähigkeiten nochmal eine frische Note. Auch hier fühlt man sich wieder einmal sehr an Halo erinnert. Fahrzeuge können benutzt werden, eine männliche Stimme kommentiert jede Veränderung und jedes Ereignis am Spielverlauf. Auch hier fühlt man sich als Halo-Spieler schnell mit einigen Deja Vous konfrontiert.
Jedoch scheint es Balancing-Probleme zu geben. In unserer Spielrunde waren Spieler von Level 6 bis 9 dabei. Schnell wurde deutlich, dass die Spieler mit höherem Level klar dominierten. Dies lag wohl daran, dass sie Rollenspiel-typisch einfach mehr schaden verursachten und gleichzeitig auch mehr Kugeln fressen konnten, als die anderen. Hier muss Bungie noch dringend nachbessern, dann erwartet die Spieler ein netter Zeitvertreib abseits der Story-Schlachtfelder.
Nach diesem leider etwas frustrierenden Kapitel blieb uns nichts anderes übrig, als sich wieder der Story zu widmen. Zu unserer Verwunderung stand im russischen Gebiet (welches wohl auch das einzige ist, das die Beta umfasst) nur noch eine Mission zur Verfügung. Nachdem diese angenommen wurde und die ersten paar Gegner im Gras lagen folgt direkt ein weiterer Moment negativ tendierender Verwunderung: Als ich auf Level 8 aufsteige zeigt mir das Spiel an, dass dies in der Beta gleichzeitig auf den Maximallevel bedeutet. Etwas verwirrt schaue ich in mein Inventar, in dem schon Gegenstände "ab Level 10" auf ihre Verwendung warten. Diese werde ich dann wohl leider nie ausprobieren können und erste Zweifel am Umfang der Beta keimen auf.
Jedoch lassen wir uns davon erst einmal nicht entmutigen und starten in diese womöglich letzte Storymission.
Hierzu wird uns ein uns fremder Spieler zugeteilt, weil die Bedingung für den Start ein Feuerteam von drei Personen ist. Zu dritt kämpfen wir uns also wieder einmal durch zerfallene Gebäude, freie grasbewachsene Flächen und Innenhöfe, bis uns plötzlich ein Bossgegner vor die Füße fällt. Ein riesiger Spinnenroboter inklusive Gefolgschaft versperrt uns den Weg und verlangt uns im nachfolgenden, lang andauernden Kampf alles ab. Mehrfach wird gestorben und wiederbelebt. Der rapide angestiegene Schwierigkeitsgrad verwirrt uns jedoch nur, weil die Missionen zuvor recht locker gemeistert werden konnten. Bossgegner geben vor allem viele Erfahrungspunkte und lassen ab und an sogar einmal seltene Gegenstände fallen. In meinem Fall war das eine blaue (ein legendäres Item) Pistole, welche mal wieder für Charaktere jenseits von Level 8 bestimmt war: Frust! Warum baut man solche Gegenstände dann überhaupt in die Beta ein?!
Nach dieser vorerst wohl letzten Mission werden wir wieder im Turm ausgespuckt. Ein letzter Blick ins Inventar und in die Regale des Händlers, dann trennt man sich für heute. Es waren gut vier Stunden, die man heute in Destiny investiert hat und die drohende Inhaltsarmut macht Sorgen. Kann es wirklich sein, dass Bungie den Umfang der Beta nur so gering hat ausfallen lassen? Eine noch gesperrte Mission auf dem Erdenmond macht Hoffnung auf eine weitere Questreihe, doch die werden wir erst morgen starten. Mit gemischten Gefühlen beende ich das Spiel. Gemischt, weil ich extrem viel Spaß in der Welt von Destiny hatte und nun mit der unangenehmen Befürchtung aus ihr herausgehe, dass dieser Spaß womöglich schon bald vorbei sein könnte, sollte man wirklich schon die meisten Beta-Inhalte gesehen haben.
Tagebucheintrag Nr. 2 folgt dann morgen...
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Dienstag, 10. Juni 2014
E3-Watch: Sony Pressekonferenz
Nachdem letztes Jahr die neuen Konsolen im Fokus der E3-Pressekonferenzen standen, lag es nun an Sony dieses Jahr die passende Software zu präsentieren, die in den nächsten anderthalb Jahren auf Playstation 4 erscheinen wird. Microsoft hatte einige Stunden zuvor schon mit einer soliden, aber überrschungsarmen Konferenz vorgelegt und nun musste Sony zeigen, dass man mithalten oder sogar über dieses Niveau hinausschießen kann.
Die Konfernz beginnt mit Bildern aus dem All und vom roten Planeten. Die Menschheit ist aufgebrochen die unendlichen Weiten des Weltalls zu erforschen und diese Expeditionen sollen den Untergang ihrer Rasse heraufbeschwören. Was zunächst wie ein völlig unbekannter Titel aussieht, entpuppt sich schnell als Bungies neuer Vorzeigeshooter Destiny. Nach diesem Trailer wird endlich die Playstation-exklusive Beta des Titels terminiert, die vor geraumer Zeit schon angekündigt wurde: ab dem 17. Juli diesen Jahres wird registrierten Usern ermöglicht das Spiel in der Beta-Phase zu testen. Wer bis dahin nicht warten kann, kann sich während der Konferenz sogar zum Testen der Alpha anmelden, diesen Donnerstag (12.06.) verfügbar sein wird.
Zudem kündigt man ein exklusives Destiny-Playstation Bundle mit einer weißen Konsole an, das zum Start des Action-Titels angeboten wird. Spielszenen zum Shooter und eine damit verbundene Erklärung der immer noch recht neblig erscheinenden Spielmechaniken werden nicht gezeigt, obwohl bis zum Release nur noch drei Monate bleiben. Schade!
Die Bühne wird dunkel und beklemmende Szenen spielen sich auf der Leinwand ab. The Order 1886 bekommt seinen prophezeiten Auftritt geschenkt. Wir sehen den bis dato noch unbekannten Hauptcharakter, wie er alleine und nur mit Gewehr und Laterne bewaffnet dunkle Kellergewölbe durchstreift, während er Funkkontakt mit seinen Teamkameraden hält. Direkt fällt die hervorragende Grafik auf. Die Kulisse ist extrem detailliert, das Licht lässt die Szenen teilweise beinahe fotorealistisch wirken. Auch die beklemmende Atmosphäre kommt sehr gut rüber. Hat man sich in vorhergegangenen Präsentationen eher auf die Kämpfe samt Deckungsmechanismen beschränkt, sieht man nun einen ruhigen Teil des Spieles, in dem es um das Erforschen der Umgebung geht. Doch bald schon trifft der Charakter auf einen im Dunkeln sitzenden Mann, der seinen Hunger an einer Leiche zu stillen scheint. Als dieser unseren Helden entdeckt, beginnt er sich in ein werwolfartiges Wesen zu verwandeln, was fortan Jagd auf die Spielfigur macht. Zwischensequenzen gehen nahtlos in Spielszenen über, wir sehen Quicktime-Events und Levelschläuche. The Order wirkt wie ein Film zum mitspielen, was sich auch gleichzeitig als Schwäche herausstellen könnte, wenn die Anteile aus Storysequenzen und freiem Spiel unausgewogen daherkommen. Da auch diese Szene wieder nur sehr knapp bemessen ist, kann man den Titel immer noch nicht richtig einschätzen. Zumal man nun mit Schießereien und ruhigen Storypassagen lediglich zwei Extrema gesehen hat, zwischen denen eine große Grauzone herrscht, die letztendlich über die Qualität des Spiels entscheiden wird.
Es wird Zeit für etwas mehr Farbe, nachdem man die tristen Katakomben des Shooters hinter sich gelassen hat. Entwined ist ein neuer Indie-Titel, der noch während der Pressekonferenz im Playstation Store zum Download angeboten wurde. Darin steuert man einen Vogel und einen Fisch in Form zweier Seelen durch tunnelartige Strukturen und muss mit ihnen bestimmte Farbabschnitte entlanggleiten, damit sich ihre Wege irgendwann zusammenführen. Geschieht das, verwandeln sie sich in einen grünen Drachen. Klingt ebenso kryptisch, wie es nach der Präsentation in den Köpfen bleibt. Die Präsentation ist außergewöhnlich und die Musik, die das Spielgeschehen begleitet sehr schön. Ob der Titel Spaß macht und vor allem Abwechslung bieten kann ist nicht einschätzbar.
Auch schon erschienende Spiele sollen mit Content gefüttert werden. Infamous: Second Son bekommt einen Stand Alone-DLC spendiert, der auf den Namen First Light hört. Im kurzen Trailer lässt sich erahnen, dass der Spieler hier in die Haut des Hauptspiel-Sidekicks Abigail „Fetch“ Walker schlüpft. Thematisiert wird wohl das Erlangen ihrer Fähigkeiten und ihr Ausbruch aus dem DUP-Gefängnis. Dazu gibt es Bonusinhalte für Besitzer des Hauptspiels. Nett, aber nicht weltbewegend.
Und nun folgt eine dicke Überraschung. Die Entwickler von Media Molecule, welche der diejährigen E3 eigentlich fernbleiben wollten, betreten die Bühne zu viert, um in einer Gameplay-Demo Little Big Planet 3 vorzustellen, welches im November für die PS4 erscheinen soll. Was man zu sehen bekommt sieht direkt nach dem Spiel aus, das man schon seit zwei Teilen kennt. Jedoch gibt es einige Neuerungen. Im 4er-Koop präsentieren die Entwickler neben dem altbekannten Sackboy drei völlig neue Charaktere. Oddsock, ein hundeartiges Wesen, Swoop, einen Vogel, der logischerweise fliegen kann, und einen dicken Kraftprotz, dessen Name mir leider gerade nicht einfallen mag. Der gezeigte Level ist darauf ausgelegt, dass sich die Charaktere mit ihren unterschiedlichen helfen, um an das Ziel zu gelangen. Dabei werden natürlich wieder massig Gegenstände eingesammelt. Die Umgebung wirkt gewohnt kreativ, der Editor, der serientypisch mitgeliefert wird, wird um ein Vielfaches erweitert. Mehr vom selben, ein paar punktierte Verbesserungen, sowie Erweiterungen. Little Big Planet bleibt sich treu und überrascht wenig. Aber die Präsentation macht viel Spaß und lässt tatsächlich Vorfreude aufkommen. Das Publikum jedenfall hat mächtig Spaß.
Nach diesem Gute Laune-Auftritt von Sackboy und seinen neuen Kameraden wird es jetzt wieder dunkel und düster. Als der Schriftzug "From Software" auf dem Bildschirm erscheint, rasten die Leute aus. Der neue Titel der Erfolgsschmiede hinter der Demon- und Dark Souls-Reihe präsentiert sein neues Spiel, welches vor der Messe den Arbeitstitel Project Beast verliehen bekam. Nun heißt es Bloodborne und erscheint exklusiv für die PS4. Leider bekommt das Publikum lediglich einen CGI-Trailer serviert, aber der zeigt schonmal den Grundtenor des Spiels. Eine dunkle, gothisch anmutende Mittelalterstadt, eine Horde Zombie-Dorfbewohner samt passenden Hunden und ein Van Hellsing-artiger Spielheld, der mit Klappschwert und Schrotflinte bewaffnet auf Monsterjagd geht und die untoten Bewohner des Städtchens recht blutig in ihre Einzelteile zerlegt. Im Vorfeld sah man schon vereinzelte Screenshots und GIF-Images, die bewiesen, dass der Titel der Tradition der Souls-Reihe folgen wird, was Fans (wie mir) die Tränen in die Augen treiben dürfte. Nichts desto trotz hätte hier Gameplay-Material gezeigt werden müssen, um den Hype zu maximieren. Ein CGI-Trailer reicht einfach nicht und dieses Credo wird sich durch die Konferenz ebenso ziehen, wie durch die von Microsoft. Trailer sind nett, aber nur Gameplay stellt die Leute zufrieden. Erst recht, wenn der Release eines Spieles weniger als 12 Monate beträgt.
Wir bleiben bei Titeln für das erwachsene Publikum. Far Cry 4 erscheint auf dem Bildschirm und sorgt bei mir für einen offenen Mund. Obwohl der Titel auch für die Last Gen erscheinen wird, bekommt man hier ein Grafikbrett präsentiert. Wie zuvor schon bekannt gegeben spielt der neuste Teil der Serie im Himalaya-Gebirge. Ein weiteres Mal scheint man einen Touristen zu spielen, der ungewollt in die Machenschaften eines geisteskranken Herrschers eingewoben wird und am Ende den Widerstand gegen eben diesen antritt, um die Region vor einem Unglück zu bewahren. Das klingt alles verdammt nach dem Vorgänger samt Bösewich Vaas und das Konzept ist auch tatsächlich ähnlich. Das Szenario aber macht den Unterschied und schürt Vorfreude! Ingame sehen wir den Charakter über Gebirgspfade schleichen, während der stark blasende Wind jeden Grashalm und viele Girlanden und Seile durch die Gegend peitscht. Das alles wirkt wahrlich beeindruckend und lebendig. Mit einem Greifhacken geht es eine steile Felswand hoch, bevor man dann schleichend und mit Sprengsätzen bewaffnet ein feindliches Lager infiltriert. Durch eine Explosion werden die Wiedersacher aufgescheucht und beginnen Fahrzeuge zu bemannen, um zu fliehen. Dem Spieler bleibt nur ein leistungsschwaches Tuk Tuk, um die Verfolgung aufzunehmen. Die Jagd findet auf extrem engen Gebirgspässen statt, während aus allen Rohren geballert wird. Fahrzeuge kommen vom Kurs ab, überschlagen sich, explodieren und verschwinden mehrere hundert Meter in der Tiefe. Der Charakter springt aus in voller Fahrt aus seinem Gefährt, um einen gegnerischen Lastwagen zu entern. Nachdem beide Insassen mit dem Messer erledigt wurden, fährt der LKW unkontrolliert über die Klippe und unserem Helden bleibt nur die Wahl den Wingsuit auszubreiten und durch die Schluchten ins Tal herunterzusegeln. In der Ferne ein beeindruckendes Panorama mit grandioser Weitsicht: riesige Berge, Dschungel, Reisterassen, Steppen auf denen sich Elefanten tummeln, dahinter eine feindliche Festung. Der Spieler scheucht die grauen Dickhäuter auf, sodass sie in völliger Panik die Tore der Festung niederrennen und auf die Bewohner losgehen. Ein weiterer Spieler schließt sich dem Geschehen an und deutet so auf einen implementierten Koop-Modus, den Ubisoft wohl jetzt in jedes seiner Spiele packt. In diesem Chaos endet die Präsentation, die optisch über jeden Zweifel erhaben war. Ob Far Cry 4 mehr bieten kann als der Vorgänger kann man noch nicht sagen. Es muss jedoch auch spielerisch Fortschritte gemacht haben, um im Jahr 2014 noch zu überzeugen.
Doch die Shooter nehmen kein Ende. Ein CGI-Trailer zu Dead Island 2 wird gezeigt. Auch hier gilt wieder: CGI reicht nicht, Gameplay wird aber nicht gezeigt. Wenigstens ist der Trailer sehr humorvoll und kurzweilig.
Infos zum Spiel gabs keine außer, dass ein Release Anfang nächsten Jahres geplant ist und die PS4 eine exklusice 30-tägige Beta spendiert bekommt.
Es folgt ein neuer Trailer zum neusten Battlefield Ableger Hardline, der aber wenig aussagekräftig ist und lediglich die Kernmechanik Polizei gegen Kriminelle nochmal in den Fokus rückt. Nicht weiter interessant.
Es folgt ein Block mit vielen Indies. Das humorige Hack n Slay Magicka 2 findet seinen Weg auf die PS4, ebenso wie die Titel Broforce, The Talos Principle, Hotline Miami 2 und weitere, die jeweils 3-4 Sekunden Gameplay geschenkt bekommen. Wenig Zeit für viele Indies. Für Eindrücke reicht das nicht, aber in erster Linie geht es hier ja um die großen Titel.
Für einen Titel nimmt man sich dann doch Zeit und ist sich nicht zu schade eine kleine Ode an Tim Schäfer und seine Adventure-Klassiker zu halten. Es sei an der Zeit diese wieder mehr ins Licht zu rücken und so erscheint das legendäre Grim Fandango in einem Remake für PS4 und Vita. Die Resonanz des Publikums ist beachtlich und der Name verspricht einiges. Leider wird außer einem Artwork nichts gezeigt.
Stattdessen kriegt ein neues, ultrabrutales Spiel von Suda 51 seinen Auftritt. Let it die wird mit einem Trailer angekündigt, der wenig über das Spielprinzip aussagt. Bizarre Gestalten mit Gasmasken prügeln mit allerlei Mordwerkzeugen aufeinander ein. Es scheint wohl ein klassischer Brawler mit typisch abgedrehtem Suda 51-Setting zu werden. Interessant wirkt das ganze nicht gerade. Der Trailer wirkt sogar leicht billig.
Giant Squid, das neue Studio von einigen Journey-Entwicklern stellen ihr Unterwasserabenteuer Abzu vor. Man sieht eine menschenartige Gestalt mit riesigen Walen schwimmen, viele kleine idyllische Szenen zeigen reges Treiben unter dem mehr und präsentieren den bunten, gezeichneten Look des Spieles, bei dem es sich wohl um eine Art 2D-Adventure handelt. Bis auf den Trailer gab es keine Informationen. Richtig Interesse konnte dieser jedoch nicht wecken.
Ganz anders zu No Mans Sky, dem Spiel des Studios Hello Games, bei dem lediglich eine handvoll Leute arbeitet. Diese haben jedoch beeindruckendes geschaffen. Ein riesiges, im wahrsten Sinne des Wortes unendliches, weil sich prozedural weitergenerierendes Universum, wartet darauf vom Spieler erkundet zu werden. Jeder Planet, der entdeckt wird lässt sich bereisen, indem man ihn einfach anfliegt und darauf landet. Der Übergang funktioniert nahtlos ohne Ladepause oder Zwischensequenz. Der Detailgrad der Paneten ist bemerkenswert. Dichte Vegetation, riesige Dinosaurier und zig kleine Lebewesen laden zum Erforschen ein. Zwischen den Planeten fliegt man mit einem Raumschiff durch die Gegend, welches ein wenig an einen X-Wing aus Star Wars erinnert. Zusammenkünfte mit anderen Schiffen können in Schlachten gelöst werden.
Welches Ziel man in No Mans Sky verfolgt bleibt offen, welche Mechaniken man dem Spieler in die Hand gibt ebenfalls. Es wurde nur das Szenario mit Fokus auf das Erkunden vorgestellt. Doch allein das schon ist wahnsinnig beeindruckend und sieht toll aus. Das ist wirklich Next Gen!
Kurz wird Project Morpheus angesprochen, welches im Zusammenspiel mit der Playstation Kamera funktioniert. Ausprobieren kann man das Ganze am Messestand von Sony.
Nun kommt ein wahnsinnig langweiliger Block über das PSN. Daher hier nur eine kurze Zusammenfassung:
Die Youtube-App findet Einzug ins PS4-Dashboard. Viele Free to Play-Spiele darunter das tolle Planet Side 2 werden in Zukunft auf der PS4 und auch auf der Vita zu finden sein und das Angebot hoffentlich bereichern. Bis auf den besagten Shooter konnten aber keinerlei Spiele in dem kurzen Ausschnitten überzeugen. Viele wirkten als wären sie auf dem Niveau von Flashgames. Playstation Now geht Ende Juli in Nordamerika an die Startlöcher mit 100 PS3-Spielen ab dem ersten Tag. Die Vita dient hierbei mit ihrer Remote-Funktion als Second- oder Alternativer Screen. Playstation TV kommt dieses Jahr in Amerika und wird 99 Dollar kosten.
Kurze Auflockerung: Mortal Kombat X wird präsentiert. Im Trailer sehen wir altbekannte MK-Charaktere, die sich auf möglichst brutale, blutige Arten auf die Murmel kloppen. Dabei wird auch die Umgebung mit einbezogen, wie es schon in Injustice der Fall war, das von denselben Entwicklern stammt. Das ganze befindet sich grafisch auf Next Gen-Niveau bietet aber ansonsten wohl klassische Mortal Kombat Prügeleien. Fans wird es freuen, alle anderen zucken mit den Schultern.
Nun setzt man fort das Publikum zu langweilen. Sony will Serien über das PSN veröffentlichen. Dafür hat man sich Partner ins Boot geholt. Eine der geplanten Serien ist das auf einem Marvel-Comic basierende Powers. Außerdem arbeite man an einem CGI-Kinofilm mit Ratchet und Clank. Ein kurzer, recht ernüchternder Trailer folgt. Richtet sich wohl an junges Publikum.
The Last of Us Remastered erscheint am 29. Juli. Der Termin steht, das Spiel bleibt dasselbe mit technischen Verbesserungen. Anschließend folgt der schon zuvor geleakte Trailer zu Metal Gear Solid 5, der Drama und Action verspricht und definitiv Lust auf mehr macht. Hier erwartet die Spieler und Fans ein ganz großer Titel, der zumindest die Reihe auf ein neues Level hieven wird.
Außerdem wird GTA 5 dieses Jahr endlich für die PS4 released. Xbox360- und PS3-Besitzer können ihre Spielstände problemlos übertragen, was ein netter Service ist.
Wir näheren uns dem Finale und jetzt haben die Entwickler von Rocksteady nochmal die Bühne für sich um Batman Arkham Knight zu präsentieren. Das Spiel sieht sehr vertraut aus, ist jedoch in allen Belangen auf die nächste Generation übetragen worden. Die Weitsicht ist genial, die Stadt riesig, der Detailgrad hoch. Batman stürzt sich aus seinem Quartier in einem Hochhaus herunter auf die Straßen, er gleiter umher, wie man es aus den Vorgängern gewohnt ist. Das Gleiten scheint jetzt jedoch wesentlich flüssiger und agiler geworden zu sein. Batman ruft per Knopfdruck sein Batmobil und steigt ein. Die Fahrzeugsteuerung scheint sehr arcadig; Batman bricht Problemlos durch kleinere Mäuerchen und fährt Treppen hoch. Per Schleudersitz kann er sich wieder in die Luft katapultieren. Das Gefährt lässt sich auf Knopfdruck in einer Art Panzer mit Geschütz transformieren, sodass man die nötige Feuerkraft verfügt, um mit stärkeren Gegnern fertig zu werden.
Batman bleibt Batman. Man sieht kaum Neuerungen (das Batmobil ausgenommen), alles scheint lediglich optischer Verbesserungen unterzogen worden zu sein. Ob das reicht, um die Serie weiterhin interessant zu halten bleibt abzuwarten. Mir war es zu gleichförmig.
Das Finale gehört Naughts Dog, die einen kurzen Trailer zu Uncharted 4: A Thiefs End zeigen. Angeblich in Spielgrafik, aber wenn das Spielgrafik ist, dann erwartet die Spieler Bahnbrechendes und nie Dagewesenes. Man sieht Nathan Drake an einem Strand liegen. Er scheint gestrandet zu sein. Das Setting ist düster aber tropisch. Drake wirkt verletzlich und ernst. Er nimmt seine Waffe und steht auf. Die Kamera schwenkt Richtung Dschungel, in dem sich jedes einzelne Blättchen realistisch im Wind bewegt. Der Bildschirm wird dunkel.
Sony hat sich dieses Jahr ähnlich wie Mircosoft vorgenommen so viele Spiele wie möglich zu zeigen. Leider setzt man auch hier zu häufig auf Trailer, anstatt auf Gameplay-Material, sodass viele Eindrücke unmöglich sind. Gerade in Sachen Indies hat der Elektro-Gigant ein paar tolle Titel an Land gezogen. Leider wird die PS Vita fast völlig außen vor gelassen, was ihren ohnehin schon schwierigen Stand nicht gerade retten sollte. Was Exklusives angeht zeigt sich Sony
hnlich verhalten wie es Microsoft auch schon war. Little Big Planet war eine Überraschung, ebenso wie Grim Fandango. Alles andere, auch Uncharted, war abzusehen und wurde nicht ansprechend oder ausführlich genug präsentiert, um zu befriedigen. Zudem nervte der TV- und Serienblock zum Ende hin doch sehr. Hier wäre viel Platz für interessante Spiele gewesen. So muss man leider auch bei Sony sagen, dass viel Potential verschenkt wurde. Kein Last Guardian wurde gezeigt, kein God of War oder Jack and Dexter und erst recht keine neue IP. Auch hier kann man sagen, dass sich die Next Gen hier zu sehr auf Franchises verlässt und der Mut außerhalb des Indie-Bereiches fehlt. Viele werden Sony leicht vor Microsoft sehen, wenn es um die diesjährige E3 geht. Ich entscheide mich für ein Unentschieden, nicht zuletzt, weil Sony auch viele Multiplattformer mit zeitexklusiven Betas und Inhalten präsentierte, die zwar nett sind, aber niemanden vom Hocker hauen.
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E3-Watch: Microsoft Pressekonferenz
Die erste PK des Abends ist gelaufen und wieder einmal hat sich Microsoft den ersten E3-Termin gesichert, um die Neuheiten rundum die Xbox One vorzustellen.
Was man von Microsofrt - sowie auch der Konkurrenz aus dem Hause Sony - dieses Jahr erwartete war, dass auf der ersten E3 seit dem Launch der neuen Konsolengeneration das Kontingent an Spielen in die Breite gezogen und um Qualität angereichert wird. Große Titel wie Halo 5, Gears of War und Forza wurden schon im Vorfeld als wahrscheinlich gehandelt, aber auch Überraschungen wurden von dem Hardware-Riesen versprochen.
Die Pressekonferenz nahm einen erwarteten Start: Es wurde erstes Gameplay zum neuen Titel der Call of Duty- Reihe mit dem Untertitel "Advanced Warfare" gezeigt. Schon einige Wochen vorher wurden Fans der Serie mit einem Trailer eingestimmt, nun gab es endlich auf der Bühne vorgespieltes Material zu sehen. Das Gezeigte wirkte gewohnt, aber frisch. Wieder einmal bahnte sich eine Gruppe 08/15-Soldaten einen Weg durch ein urbanes Kriegsgebiet einer Großstadt. Doch in den CoD-typischen Levelschläuchen fanden Szenen statt, die durchaus Beachtung fanden. Durch das futuristische Szenario des Spieles hatten die Entwickler die Möglichkeit sich kreativ auszuprobieren. Das Ergebnis sind vielfältige Gadgets und technische Spielereien, auf die der Spieler zugreifen kann. Sprünge in die Tiefe werden von Schuhen mit einer Art Raketenantrieb abgedämpft, Granaten verändern per Knopfdruck ihre Funktion, Drohnen und Exoskelette helfen in der Hitze des Gefechtes. In einer Szene sieht man sogar einen riesigen spinnenartigen Mech die Straße kreuzen. Man sieht an allen Ecken und Enden, dass es sich hier um ein Call of Duty handelt, doch das Szenario wirkt angenehm neuartig und könnte die Frischzellenkur sein, die die Serie schon seit Jahren dringend braucht. Da das Spiel nur für die neuen Konsolen erscheint, zeigt sich die Engine als äußerst potent und das Spiel dürfte sich bei Release in die Riege der bis dato hübschesten Shooter einreihen. Vom Kernstück der Reihe, dem Multiplayer, wurde bisher noch nichts gezeigt.
Microsoft erkaufte sich eine zeitbegrenzte Exklusivität für den ersten Download-Content, welcher für den neuen Shooter aus dem Hause Activision erscheint. Ein solches Erkaufen von Inhalten war schon Microsofrts Taktik in den letzten Jahren und auch dieses Mal sollte sich dieses Muster durch die PK ziehen.
Nach dem actionlastigen Einstieg wurde Forza Horizon 2 aus dem Hause Turn 10 präsentiert. Die Auto-Fetischisten stampfen einmal mehr ein grafisch beeindruckendes Rennspielmonster mit Open World und über 200 detaillierten Fahrzeugen aus dem Boden und betonen die Freiheit der Spielwelt, ein dynamisches Wettersystem und die Multiplayerkomponente.Für Forza 5 gibt es ab heute den Nürburgring zum Download, und zwar kostenlos. Netter Fan-Service, aber nach dem Mikrotransaktions-Massaker, das Forza zunächst war muss man die Fans auch etwas besänftigen.
Es folgt der nächste Multiplayer-Titel, Evolve von 2K Games. Der 5vs1 SciFi-Multiplayershooter, bei dem vier Spieler als futuristische Jäger ein riesiges Monster, welches von ihrem Gegenspieler gespielt wird, durch allerlei Landschaften jagen wird hier nur mit einem kurzen Trailer gezeigt, der immerhin ein neues Cthulhu-artiges Monster vorstellt. Die Beta, welche bald startet ist Xbox-exklusiv, genauso wie die ersten DLCs.
Das dürfte One-Besitzer freuen, da Evolve doch zu den spannendsten Titeln gehört, die bisher für die neue Generation der Konsolen angekündigt sind.
Nun kam mein persönliches Highlight der Konferenz. Obwohl ich absolut kein Fan der Reihe bin, hat mich Assassins Creed Unity wirklich beeindruckt. Endlich wurde Gameplay gezeigt und was man zu sehen bekam verblüffte und machte Lust auf mehr. Das Spiel wird einen 4er-Koop besitzen. Ob dieser sich nur auf einige Missionen beschränkt oder die komplette Kampagne spielbar ist, wurde leider nicht erwähnt. Jedoch kämpfen sich hier vier Assassine durch ein von der Revolution zerrüttetes Frankreich. Ein Palast wird gestürmt; Viele Wachen auf recht blutige Weise ausgeschaltet. Die Animationen wirken toll, aber auch recht choreographiert. Ob hier wirklich selber gespielt wurde darf bezweifelt werden. Was direkt auffällt ist die grafische Pracht des Spieles. Die Engine dürfte ähnlich der von The Division sein, welches letztes Jahr von Ubisoft enthüllt wurde und auch später noch seinen Auftritt bekommt. Der Detailgrad und die Qualität der Texturen sind fantastisch. Das Spiel stellt wahnsinnig viele Zivilisten dar, demonstriert an einem Mob, welcher wütend das Schloss stürmt, nachdem die Assassinen die Torwachen über den Jordan geschickt haben. Der Koop-Modus könnte die Reihe für mich endlich schmackhaft machen, die Präsentation ist absolut kinoreif. Mal sehen ob das ganze außerhalb einer Gameplaydemo immer noch so spektakulär aussieht oder hier Skripts die Präsentation intensivieren.
Zu Dragon Age: Inquisition gibt es lediglich einen Trailer und die Information, dass es zum Release exklusive Inhalte geben wird, auf die aber nicht eingegangen wurde. Nicht weiter beachtenswert.
Microsofts wohl interessantester, angekündigter Exklusiv-Titel Sunset Overdrive bekommt ein wenig Live-Gameplay gewidmet. Nach einem sehr unterhaltsamen Trailer, befindet sich die Spielfigur in einem quitschbunten, sehr detaillierten Vergnügungspark, den sie richtung Achterbahn durchqueren muss. Dies geschieht durch extrem flüssige Sprünge, Walljumps und Grinds auf Kabeln, Geländern und Kanten. Nebenbei wird mit abgefahrenen Waffen auf zahlreiche Mutanten geballert. Einer davon ist besonders groß und scheint eine Art Zwischengegner zu sein. Das Spiel setzt auf zahlreiche zerstörbare Umgebungselemente, sodass die Action mit ihren comichaften Explosionen und orangen Blutfontänen einfach nur klasse aussieht und schon beim Zusehen viel Spaß macht. Ob Sunset Overdrive jedoch über Langzeitmotivation verfügt konnte man einmal mehr nicht einschätzen, da nur eine Storymission gezeigt wurde und keinerlei Nebenaktivitäten erwähnt wurden. Es bleibt abzuwarten ob Insomniac ihre Kreativ-Explosion mit motivierenden Inhalten füllen können. Das Tony Hawk-artige Gameplay mit all seiner Bewegungsfreiheit ist aber ein Element, an dem ich mich derzeit kaum satt sehen kann. Das Spiel wird noch dieses Jahr am 28. Oktober erscheinen.
Nach einem durchgedrehten Trailer zum Dead Rising 3 DLC, welcher arcadige, völlig abgedrehte Action verspricht, aber auch schwer einschätzbar ist, folgt ein recht uninteressanter Block über den neuen Ableger der Dance Central Reihe, die wohl viele Fans gefunden hat, auf einer solche Präsentation aber wohl kaum was zu suchen hat, da es hier keinerlei Schauwerte gibt und die Präsentationen von Dance-Titeln sich sowieso von Jahr zu Jahr wiederholen. Gott sei Dank gibt es hier keine Gruppen-Zappel-Demo, sondern man beschränkt sich auf Trailer und mündliche Vorstellung.
Lionhead stellt Fable Legends vor. Ein wunderschön designtes und grafisch spektakuläres Dorf wird gezeigt, ist aber nur Schauplatz einer Cutscene, um vier Charaktere vorzustellen, die anschließend im 4er-Koop auf Reise gehen. Während das Dorf bei mir direkt Interesse weckte, langweilte mich das darauffolgend Gezeigte doch stark. Durch eine recht Arenaartig aussehende Spiellandschaft zaubern, schießen und schnetzeln sich die Charaktere durch generische Gegnerhorden (da ist man von Fable normalerweise kreativeres gewohnt). Nett sind die vielen verschiedenen Möglichkeiten, mit denen man die Unholde bekämpfen kann. Zwar gibt es nichts Außergewöhnliches, aber der Eiszauber mit seinem frostigen Effekt ist nett anzusehen und kann für einige Lacher sorgen. Während die vier Abenteuerer sich also durch die Landschaft prügeln, wird ein fünfter Spieler vorgestellt, der die Rolle des Schurken übernimmt. Dieser sieht das ganze Schlachtfeld (hier wird der Arenacharakter nochmal deutlicher) von oben und positioniert wie bei Dungeon Keeper Fallen und Gegner in der Spielwelt, die er dann auf Knopfdruck aktivieren kann und so versuchen muss die Helden vom Erreichen ihrer Aufgabe abzuhalten. Das Ganze wirkt wenig spektakulär und für den Titel bleibt zu hoffen, dass dies nur eine kleinere Multiplayer-Variante ist und nicht die Kernmechanik des Spiels. Ein waschechtes Fable mit dieser Grafik wäre eine echte Pracht! Vielleicht kann man sich dann auch endlich mal trauen eine echte Open World anzubieten und nicht nur die groß angelegten, durch Ladezeiten getrennten Hubs, die in jedem Teil zum Einsatz kamen. Potential hat der Titel allemal, die Präsentation war jedoch eher ernüchternd.
Es folgt Project Spark, Microsofts Spielebaukasten mit einem schrecklich belanglosen CGI-Trailer der Marke "Hey, check mal mein cooles Spiel aus". Eigentlich nicht weiter der Rede wert, wenn nicht auf einmal eine Kettensäge ertönen würde und ein alter Bekannter damit das Spielelogo zersägen würde. CONKER! Das erste Mal stockt mir der Atem. Sie werden doch wohl etwa nicht eine neuen Teil zu einem meiner absoluten Lieblingsspiele rausbringen?! Ein neues Conkers Bad Fur Day? Nö! Er wird im Baukasten von Project Spark verfügbar sein. Achso. Langweilig.
Ein weiterer Indie-Titel namens Ori and the Blind Forest wird gezeigt. Darin sehen wir zwei putzige Charaktere - Ein dicker Riese und ein leuchtender Fuchs?! - durch eine toll gezeichnete 2D-Waldlandschaft stapfen, die an ein Spiel der Ubi-Art Engine erinnert.. Das Ganze sieht sehr nach Child of Light aus, welches stilistisch auch ähnlich war. Der Trailer setzt auf emotionale Szenen untermalt von melancholischer Musik. Viel Gameplay sieht man nicht. Es wird wohl eine Art Jump N Run mit Rätselelementen. Eine wirklich wunderschöne Optik hat das Spiel, aber der Markt wird langsam aber sicher von 2D-Titel in gezeichneter Optik überflutet und so wirkt es daher zumindest für mich recht uninteressant. Vielleicht bahnt sich hier das Child of Light der Xbox an. Um das abschätzen zu können wird man wohl auf erstes richtiges Gameplay-Material warten müssen.
Microsofts wohl größte Marke bekommt einen erwarteten Auftritt. Halo! Es wird eine Master Chief Collection geben, die One-Usern ermöglicht alle vier Teile der Hauptreihe auf ihrer Konsole zu genießen. Teil eins und zwei werden komplett remastered daherkommen, während der dritte und vierte Teil 1:1 der Xbox360-Version entsprechen werden. Alles kommt auf nur einer Bluray und mit 4000 Gamerscore-Punkten, die es zu erreichen gibt. Das neu aufgelegte Halo 2 wird mit einem Multiplayer-Match demonstriert. Der Titel wurde wirklich toll aufbereitet und durch viele Details aufgewertet, sodass man das Spiel kaum wiedererkennt. Fans dürften hier einen Pflichtkauf vor sich haben. Nicht zuletzt, weil des Multiplayererlebnis mit dieser Collection seinen bisherigen Höhrpunkt erreicht. Alle 100 Karten, die bisher jemals in Halo benutzt wurden stehen zur Verfügung inklusive aller Spielmodi. Dies ist wohl die perfekte Vorbereitung für Halo 5, welches an dieser Stelle jedoch nur wieder mit einem kleinen Trailer erwähnt wird, stattdessen gibt es noch Ausschnitte aus der kommenden Live-Action-Serie Halo Nightfall, die ebenfalls in der Collection erscheinen wird. Wieder kein Gameplay zum neusten Teil. Chance verpasst!
Es geht zurück in den Indie-Bereich. Von den Limbo-Machern Playdead kommt Inside, ein neues storygetriebenes 2D Jump N Run, das sehr an Limbo erinnert. Jedoch läuft man hier als kleiner Junge durch eine futuristische, graue Welt, in der es eine bis dato nicht genannte Bedrohung zu geben scheint. Der Titel sieht sehr interessant aus und ist grafisch im schicken, düsteren Comiclook gehalten. Auch hier muss man mehr Material abwarten.
Nun wird kurz auf Mircosofts Indie-Programm ID@Xbox eingegangen. Unzählige Titel seien in der Mache, ein schnell geschnittener Trailer soll dies untermauern. Man darf gespannt sein, was da in Zukunft auf die One-Besitzer zukommt.
Square Enix zeigt einen CGI-Trailer vom neuen Tomb Raider Teil "Rise of the Tomb Raider". Damit hat wohl niemand gerechnet und der Trailer ist durchaus interessant. Jedoch gibt es keinerlei Gameplay zu sehen. In diesem Teil wird Laras Transformation zur Poweracheologin wohl ihren Abschluss finden, wie der Titel schon suggeriert. Vielleicht gibt es in den kommenden Tagen ja noch Spielszenen zu sehen. Dies dürfte wohl die erste große Überraschung des Abends sein.
CD Projekt Red betritt die Bühne mit Live-Gamplay zu Witcher 3. In einer extrem detaillierten, wunderschönen und weitläufigen Landschaft geht der Hexer auf die Jagd nach einem Greifen. Mit seinen Hexer-Sinnen nimmt er Fährten auf und verfolgt das verwundete Ungetüm anhand einer Blutspur durch den sonnendurchtränkten Wald. Bei einem Bauernhof macht er Pause, um eine Bäuerin vor einigen Söldnern zu retten. Dies geschieht recht blutig. Das Kampfsystem ist dem des zweiten Teiles sehr ähnlich. Gegen Ende reitet der Witcher durch eine riesige Stadt, die sich bis zum Horizont erstreckt und die Ausmaße der Spielwelt andeutet. Technisch ist das Spiel ein Brett und dürfte wohl bei Release die Grafik-Latte ordentlich hochsetzen.
Das Remake von Phantom Dust wird in einem CGI-Trailer angekündigt. Mehr bleibt hier aufgrund von Info-Mangel nicht zu sagen.
Wieder Ubisoft. Diesmal gibt es neue Spielszenen aus dem 4er-Koop von The Division. Man sieht wieder einmal die beeindruckenden Lichteffekte und einen nie dagewesenen Detailgrad in den Straßen von New York und in einer U-Bahn-Station. Die vier Spieler, von denen einer per Tablet eine Drohne steuert, greifen aus dem Hinterhalt eine Gruppe bewaffneter Aufständischer an. Mit Drohnen, welche Blendgranaten ersetzen und Waffenpower geht es gegen die Widersacher. Die Umgebung reagiert wieder auf jede einzelne abgefeuerte Kugel. Autos bekommen Löcher, Scheiben zerplatzen phsyikalisch völlig korrekt, Schilder bekommen Beulen von jedem einzelnen Projektil. Beeindruckend! Zu Gameplay-Mechaniken wird leider wieder nichts erwähnt. Release: 2015.
Ein neues, bis dato nicht angekündigter Titel von Platinum Games wird in einem CGI-Trailer gezeigt: Scalebound. Ein auf cool getrimmter, generischer Held mit riesigen Kopfhöhrern kämpft auf Drachen reitend gegen eine bildschirmfüllende Hydra. Klingt oppulent, sieht aber auf Grund des generischen, völlig auswechselbaren Designs einfach nur langweilig aus. Mit dem Trailer haben sich die Entwickler keinen Gefallen getan. Gameplay gab es keines zu sehen.
Die PK nähert sich dem Ende. Ein weiteres Spiel wird uns noch versprochen. Es ist der neue Crackdown Teil, der mit einem weiteren CGI-Trailer angekündigt wird, in dem mit Bomben und Tanklastern ganze Hochhäuser zum Einsturz gebracht werden. Wieder kein Gameplay, daher kann man zu dem Titel nichts sagen. Und so bleibt das Ende der PK unspektakulärer als erhofft.
Man kann sagen, dass Microsoft hier eine sehr gradlinige und unterhaltsame PK ohne großes PR-Gequatsche abgehalten hat, auf der es endlich einmal nur um Spiele ging. Von diesen hat man auch vieles Zeigen können. Gerade die Multiplattformtitel Assassins Creed Unity, The Division, The Witcher 3 und Tomb Raider konnten Akzente setzen, die noch im Gedächtnis bleiben werden. Doch was Exklusivtitel anging war Mircosoft dieses Jahr enttäuschend sparsam. Wenn es etwas anzukündigen gab, dann meist nur mit einem Trailer (Scalebound, Crackdown, Halo, usw.). Neues Gameplay sah man kaum, auch ein Forza Horizon 2 wurde nur mit einem Ingame-Trailer abgehandelt. Den größten Teil nahm Sunset Overdrive ein, welches schon vor einigen Wochen ausführlich vom Entwickler präsentiert wurde. Daher fehlte hier der Aha-Effekt. Fanservice mit der Halo Collection und dem Phantom Dust Remake wurde gegeben, an neuen Marken jedoch gespart. Der Indie-Fokus wurde weiterhin in den Mittelpunkt gerückt, jedoch zu wenig gezeigt. Da hätte man sich außer Worten auch mehr Mut zu Taten gewünscht. MS scheint sich klar von Kinect abgewendet zu haben. Lediglich Dance Central war ein Titel, der von der Kamera Gebrauch macht. Dafür, dass vor einem Jahr so ein Wirbel um die neue Version der Hardware gemacht wurde, war es nun erstaunlich still. Vielleicht hat Microsoft hier im Stillschweigen einen weiteren Fehler erkannt. Die Core-Gamer wird es freuen. Die freuen sich auch über die vielen neuen Spiele, die man nun endlich mal in Bewegung sehen konnte, auch wenn es wie schon oben erwähnt fast nur Multiplattform-Titel waren. Dies machte die PK natürlich interessanter für Besitzer eine Playstation, denn so konnte man hier mal einen Blick auf Spiele erhaschen, die man auf anderen Konferenzen nicht sah (z.B. das neue Call of Duty).
Microsofts Credo "Its better on Xbox One", welches sie gegen Ende der PK gebetsmühlenartig wiederholten schwebt so noch in der Luft. Bisher ist damit zu rechnen, dass die vielen gezeigten Multiplattformer auf der PS4 besser laufen werden, als auf der Microsoft-Konsole. Dies zeigen zumindest bisherige Erfahrungswerte. MS beruft sich dort vielleicht auch auf die vielen zeitexklusiven oder auch releaseexklusiven Inhalte, die man sich erkauft hat. Aber ob diese die Kaufentscheidung von Neukunden hin zur Xbox lenken, bleibt abzuwarten.
Allgemein ein selbstbewusster Auftritt Microsofts, der jedoch letztendlich nicht genug Exklusives zeigen konnte, um vollends zu überzeugen. Versteht mich nicht falsch: Ich rede hier von mangelnden Gameplay-Szenen zu angekündigten Titeln, die dringend nötig gewesen wären, um Fans wirklich zu begeistern. Trailer sind einfach zu wenig und so bleibt zu hoffen, dass die restlichen Messetage mehr Informationen und Bewegtbilder mit sich bringen.
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